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StAN, Spruchkammern, Eichstätt

Archiv

Archiv Kürzel: 
StAN
Archivgliederung: 
StA Nürnberg

Bestand

Bestandsbezeichnung: 
Spruchkammern, Eichstätt
Bestandsnummer: 
240
Bestandsbeschreibung: 
Auf der Grundlage der von allen über 18 Jahre alten Deutschen auszufüllenden Meldebögen fanden Verfahren vor den 1946 als besondere Verwaltungsgerichte in den Stadt- und Landkreisen gebildeten Spruchkammern statt. In jedem Landkreis wurde mindestens eine Spruchkammer eingerichtet. Für den zweiten Rechtszug wurden 1946 Berufungskammern eingesetzt, in Mittelfranken in Ansbach und Nürnberg. Für die Überprüfung der rechtskräftigen Entscheidungen der Kammern war von 1946 bis 1951 der Kassationshof beim Bayerischen Staatsministerium für Sonderaufgaben zuständig. Aufgrund politischer Kontroversen zwischen Amerikanern und Deutschen sowie immer stärker werdenden Bestrebungen innerhalb der im bayerischen Landtag vertretenen Parteien zur sozialen Reintegration der politisch Belasteten schwächte sich die Entnazifizierung bald ab und war schon im Sommer 1948 beinahe beendet. Nach Abschluss der meisten laufenden Spruchkammerverfahren beendeten die Spruchkammern im Sommer 1948 ihre Tätigkeit und wurden zu sogenannten "Hauptkammern" zusammengefasst, die im darauffolgenden Jahr immer weiter zusammengelegt wurden, bis schließlich die Aufgaben 1950 auf die Hauptkammer München übergingen. Die Berufungskammer Ansbach (mit dem für Oberfranken zuständigen Außensenat Bamberg) wurde 1949 und deren letzte Nachfolgebehörde München 1950 aufgelöst. Die Spruchkammern stellten die Verantwortlichkeit der Betroffenen durch die Einreihung in eine der fünf vorgesehenen Gruppen (Hauptschuldige, Belastete, Minderbelastete, Mitläufer, Entlastete) fest und ordneten Sühnemaßnahmen an (je nach schwere der Vergehen beispielsweise Arbeitslager, Pensionsverlust oder Geldbußen). Bis zum 31. Dezember 1949 hatte man in Bayern die Fragebögen von 6.780.188 Personen bearbeitet. Davon waren 72 % vom Gesetz nicht betroffen; betroffen und von den Spruchkammern behandelt waren demnach rund 28 %. 99,9 % der Fälle waren in erster Instanz erledigt worden; von diesen fielen 28 % unter die Jugend- und 52 % unter die Weihnachtsamnestie. 80.139 Personen (15 %) wurden in eine der fünf Kategorien eingereiht. 15 % von ihnen wurden als entlastet eingestuft, 0,3 % waren Hauptschuldige, 4 % Belastete, 19 % Minderbelastete und 77 % Mitläufer. Die Entnazifizierungsunterlagen waren nach Auflösung der Spruchkammern an das jeweils zuständige Amtsgericht gelangt. In den Jahren 2000-2003 wurden sie sukzessive im Rahmen der Aktenaussonderung von den Amtsgerichten zusammen mit den vorhandenen bzw. neu erstellten Findmitteln an das Staatsarchiv abgegeben. Die Überlieferung gliedert sich in Verwaltungssachakten und Verfahrensakten. Aufgrund der Datenfülle wurde in die Böhmen-Datenbank der sonst angegebene (deutsche) Wohnort nicht mit aufgenommen, sondern lediglich der (tschechische) Wohnort erfasst. Der Bestand wird derzeit in EDV verzeichnet und ist deswegen für diese Übersicht nur teilweise durchsucht worden. Er ist aufgrund der Sperrfristen für Benutzer nur nach Prüfung einsehbar.
Untergruppe: 
In der damaligen CSR geborene Beklagte
Titel Bestandsserie: 
Eichstätt
Signatur der Bohemica: 
A2, A5, A11, A13, B5a, B62, B82, B163, B225, B267, B293, C6, C16, C18, D2, D16, D59, D69, E1, E41, F28, F34, F59, F86, F89, F90, F94, G26, G27, G57, G58, G99a, G107, G121a, G135, H11, H32, H62, H100, H101, H118, H139, H157, H237, H240, H315, J3, J33, K70, K71, K98, K138, K146, K155, K162, K198, K216, L67, M11, M15, M60, M116, M117, M161
Bohemica-Beschreibung: 
Abeska (geb. 1913 Giebau/CSR), Land und Forstverw.-Angestellter (Nr. A2). Adametz (geb. 1904 Teschenitz), Lokheizer (Nr. A5). Altmann (geb. 1886 Jauernig/CSR), Sparkassenbeamter (Nr. A11). Altmann (geb. 1925 Minkwitz/CSR), Textilarbeiter (Nr. A13). Bachheibl (geb. 1885 Teplitz-Schönau), Reichsbahninspektor (Nr. B5a). Bauernfeind (geb. 1889 Gablonz an der Neiße/CSR), Berufsunteroffizier und Angestellter (Nr. B62). Bayer (geb. 1902 Pilsen/Böhmen), Verwaltungsangestellter und Maschinenzeichner (Nr. B82). Bienert (geb. 1895 Nieder Falkenau/CSR), Direktor (Nr. B163). Borries von (geb. 1918 Heralec/CSR), Doktor der Rechte (z. Zt. ohne Beruf) (Nr. B225). Bröckl (geb. 1900 Weheditz/CSR), Optiker-Elektromechaniker (Nr. B267). Herr B. (geb. um 1930 Hallenkau/CSR), Schüler (Nr. B293). Cecil (geb. 1903 Buchau/CSR), Lehrer (Nr. C18). Cerny (geb. 1925 Reichenberg/Sud.), kaufm. Angestellter (Nr. C6). Czischek (geb. 1901 Mähr-Neustadt), Mechaniker (Nr. C16). Daniek (geb. 1913 Brünn), Musiker (Nr. D2). Dembon (geb. 1899 Teschen), Richter (Nr. D16). Donner (geb. 1895 Plan/CSR), Güteroberinspektor (Nr. D59). Dvorak (geb. 1901 Horovice/CSR), Ingenieur (Nr. D69). Eberhardt (geb. 1910 Chodau b. Karlsbad), Drogist (Nr. E1). Elstner (geb. 1925 Dreiborn/Sudetenland), Schüler (Nr. E41). Fischbach (geb. 1907 Tepl Stadt/CSR), Seiler und Seilermonteur (Nr. F28). Fischer (geb. 1898 Teschen), Hilfsarbeiter (Nr. F34). Franz (geb. 1923 Klein-Herrlitz/CSR), Zimmermann (Nr. F59). Frost (geb. 1905 Hettau/CSR), Hausfrau (Nr. F86). Fuchs (geb. 1925 Znaim/CSR), Verwaltungsangestellter (Nr. F89). Fuchs (geb. 1872 Zwittau-Mähren), Professor a. D. (Nr. F90). Fuchs (geb. 1922 Jetzkobrunn/CSR), Bäcker (Nr. F94). Gebert (geb. 1861 Altzedlisch/CSR), Oberlehrer a. D. (Nr. G26). Gebert (geb. 1923 Kladrau/CSR), Lehrerin (Nr. G27). Gimpl (geb. 1901 Eger), Speditionsbeamter (Nr. G57). Gintner (geb. 1903 Oberhaid/CSR), Amtsgerichtsrat (Nr. G58). Grimm (geb. 1924 Liebotitz/CSR), Arbeiter (Nr. G99a). Grolich (geb. 1889 Greifendorf/Sudetenland), Angestellter (Nr. G107). Grund (geb. 1909 Trautenau), Studienrat (Nr. G121a). Gust (geb. 1904 Ullitz/CSR), Dachdecker (Nr. G135). Hackenberg (geb. 1920 Nieder-Lindewiese/CSR), Bäcker (Nr. H11). Hager (geb. 1914 Karwin), Polizeibeamter (Nr. H32). Hanzig (geb. 1912 Ober Langenau/CSR), Kraftfahrer (Nr. H62). Hausmann (geb. 1899 Karolintal/CSR), Landwirt (Nr. H100). Hausmann (geb. 1901 Lusdorf/CSR), Uhrmachermeister (Nr. H101). Heide (geb. 1895 Prag), Apotheker (Nr. H118). Heinz (geb. 1908 Roßbach/Asch), Geschäftsfrau (Nr. H139). Heller (geb. 1924 Alt-Leipa), Kontoristin (Nr. H157). Hlawaczek (geb. 1874 Prag/CSR), Bergdirektor (Nr. H237). Hoell (geb. 1905 Stolzenhain/CSR), Kaufmann (Nr. H240). Hübner (geb. 1885 Ruppersdorf/Reichenberg/CSR), Werkmeister (Nr. H315). Jäger (geb. 1913 Katharinberg/CSR), Textilfachmann (Nr. J3). Jeschek (geb. 1902 Aussig an der Elbe), Arch.Baumeister (Nr. J33). Kinschel (geb. 1892 Falkenau), Kinopächterin (Nr. K70). Kinscher (geb. 1891 Wildschütz/CSR), Mühlenbauer (Nr. K71). Klinnert (geb. 1898 Böhmischdorf/Tschechien), Stadtoberarchitekt (Nr. K98). Kolitsch (geb. 1900 Gottesgab/Tschechien), Schuhmacher (Nr. K146). Körbl (geb. 1917 Tyss bei Luck/Tschechien), Justizangestellter (Nr. K138). Koss (geb. 1888 Brünn), Bankbeamter (Nr. K155). Kral (geb. 1924 Luditz/Tschechien), kaufm. Angestellter (Nr. K162). Kroupa (geb. 1897 Brünn), Elektroingenieur (Nr. K198). Kuhn (geb. 1908 Aussig), Oberschullehrer (Nr. K216). Lindner (geb. 1912 Kratzau/CSR), Kellner und Gastwirt (Nr. L67). Mahner (geb. 1905 Brünn in Mähren), Facharzt f. Chirurgie (Nr. M11). Maier (geb. 1925 Gablonz), landw. Arbeiter (Nr. M15). Mayer (geb. 1903 Eger), kaufm. Angestellter (Nr. M60). Menzinger (geb. 1890 Budweis), Oberlehrer (Nr. M116). Menzl (geb. 1903 Halbstadt/Böhmen), Meteorologe und Geophysiker (Nr. M117). Mitlöhner (geb. 1900 Gross-Aupa/Tschechien), Hotelbesitzerin (Nr. M161).

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