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31. März 1898
„Karlsbader Badeblatt und Wochenblatt“ Nr. 73
Seite 9
Vermischtes
(Verhungernde Galizier.) Unter der Ueberschrift
„Verhungernde Galizier“ lesen wir in einer englischen
Tageszeitung von großer Not unter den bei Yorkion an-
gesiedelten Ruthenen. In den meisten Wohnungen, d.
h. elenden Erdbuden und Shanties, besteht die einzige
Nahrung der armen Leute aus einem Brei oder aus
Brot vom schlechsten Mehl mit Schneewasser angerührt;
bei manchem ist dazu das Mehl knapp. Betten und
Bettstellen haben nur sehr wenige, und bei manchen fehlt
es auch an der nothwendigen Kleidung. — Unserer
Meinung nach ist es hier Pflicht der Regierung zu helfen,
denn es waren Regierungsbeamte, welche diese Leute
(vielfach gegen ihren Willen) nach Yorkion brachten, wo
ihnen nicht einmal Gelegenheit geboten ist, durch Arbeit
etwas zu verdienen. — Am Sonnabend ist Herr Me-
Creary, der Einwanderungs-Kommissar in Winnipeg
nach Yorlton abgefahren, um den Thatbestand an Ort
und Stelle zu prüfen:
(Ueber amerikanische Millionäre) geht uns
vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt,
Berlin NW. 6 folgende interessante Statistik: 1847 zählte
man in der ganzen Union nur einen einzigen Menschen,
dessen Vermögen 25 Mill. Fr. überstieg. Heute giebt es
deren über 2000. 250 Familien besitzen jede mrhr als
100 Mill und unter denselben giebt es sogar Leute, deren
Vermögen die Milliarde übersteigt. — Rechnet man 250
Personen mit über 100 Mill. Vermögen, so giebt das im
Minimum 25 Milliarden; dazu kommen 1000 andere,
die zwischen 25 und 50 Mill. „schwer“ sind, und die also
allermindestens weitere 25 Mill. repräsentiren. 2500
Personen, die 31 Milliarden besitzen, welche in Vermögen
von 121/2 25 Mill zerfallen; 7000 weitere mit weiteren
35 Miliarden, die durch Vermögen von 5--121/2 Mill.
gebildet wurden und 20.000, die je 21/2 5 Mill. besitzen
und deren Vermögeu 50 Mill. repräsentieren. — Danach
würden 81250 Personen im Minimum die Summe von
191 Milliarden b sitzen, d. h. 3/5 des gesammten National-
vermögens. — Im Jahre 1890 besaßen, 30 der reichsten
Familien zusammen ein Vermögen von 5554 Mill. d. h.
pro Familie 185 Mill.
Vom Büchertisch.
Eine Musikbibliothek gratis! Das ist die neueste
Ankündigung des weit verbreiteten, gern gesehenen Uni-
versal-Familienblattes „Mode und Haus“. Verlag
John Henry Schwerin, Berlin, das wegen seiner zahl-
reichen, reich illustrierten, nützlichen und unterhaltenden
Beilagen geradezu populär geworden ist. Anstatt der bis-
herigen mit dem Hauptblakt verbundenen einen Seite
erscheint von jetzt ab vierteljährlich eine vierseitige voll-
ständig unabhängige Musikbeilage. Die erste Nummer
enthält u. a. einen Beitrag aus dem Nachlaſs des allbe-
liebten Balladen-Componisten Karl Loewe. Zu all' dem
Schönen und Practischen, was das Blatt bietet, sowohl
an Moden, Handarbeiten, belletristischen Bildern wie an
Text, verhindet diese Neuerung beides, Practisches und
Schönes, in der angenehmsten Form. Der Abonnements-
preis für das velseitige, Ersatz für 12 Specialblätter
bietende „Mode und Haus“ ist trotzdem derselbe geblieben
— 1 Mi. vierteljährlich. Besonders zu empfehlen ist die
Ausgabe mit Colorits und Romanheilage „Aus besten
Federn“ und höchst eleganten Musterfrisuren zu Mt. 1.25.
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Grat'sprobenummern bei ersteren und durch den Verlag
John Henry Schwerin, Berlin W. 35, Steglitzer Straße 11.
Eine besondere Ueberraschung bietet die Wochen-
schrift für die deutsche rauenwelt „Von Haus zu Haus“,
herausgegeben von Anny Wothe, Adolf Mahns Verlag
in Leipzig ihren Lesern durch eine Serie neuer, farben-
prächtiger Posikarten, welche den Abonnenten bis zu
15 Stück kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Die
vorliegende Nummer bringt außerdem die Auflösung des
Preisräthsels aus Nr. 14, wo jede richtige Lösung durch
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welche die Wochenschrift „Von Haus zu Haus“ für ihre
Leser hat. Ferner finden wir in der neuesten Nummer
Theaterberichte aus Leipzig und Berlin aus der Feder
des berühmten Literarhistorikers Rudolf v. Gottschall,
Schippangs, Dr. Alfiris und Anderer. Ein höchst origi-
neller Aufsatz aus der Feder Ottomar Beta's: „Der ver-
liebte Haß“ fesselt durch seine Eigenartigkeit. Daneben
finden wir spannende Romane u. s. w., u. s. w. Der
Bezugspreis beträgt für's Vierteljahr nur 90 kr. Probe-
nummern werden von der Geschäftsstelle „Von Haus zu
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franco an jede aufgegebene Adresse versandt.
Nr.-E. 3664/98.
Concert-Eintheilun
für den Monat April 1898.
Vom 1. bis 15. April l. J. finden in jeder Woche drei Abendconcerte der Kur-
kapelle statt, u. zw.: Montag, Mittwoch und Freitag von halb 8 bis 9 Uhr im Kurhause;
das Abendconcert am Freitag den 8. April (Charfreitag) fällt aus.
Montag den 11. April l. J. wird im Kurhause ein Abendconcert zu Gunsten des
Pensionsfondes der Kurkapelle abgehalten.
Mit Sonntag den 17. April l. J. beginnen die regelmässigen Nachmittagsconcerte der
Kurkapelle u. zw.: werden dieselben jedesmal von 4 bis 6 Uhr am Dienstag und Donners-
tag im Grandhotel Pupp, am Sonntag in der Stadtparkrestauration abgehalten.
Vom 18. April ab, finden die Abendconcerte von halb 8 bis 9 Uhr Montag, Mitt-
woch und Freitag in der Stadtparkrestauration statt.
Bei den regelmässigen Nachmittags- und Abendconcerten wird ein Eintrittsgeld
nicht erhoben.
691*2
Stadtrath Karlsbad, 22. März 1898.
Der Bürgermeister:
Ludwig Schäffler.
Maschinenfabrik, Metall- und Eilengießerei nebst Resselschmiede
Karlsbad-Bahnhof.
Gustav Göttl,
Neuanfertigungen, Reparaturen, Verkaufs- und Leihlager.
Fabrikation von Dampf-, Gas-, Heißluft-, Metall- und Holzbearbeitungs-, sowie landwirtschaftlichen, Hotel- und Haushaltungsmaschinen.
Einrichtungen von Berg-, Hütten-, Kohlen- und Caolinwerken, Mühlen, Brauereien, Stärke-, Cement-, Papier- und sonstigenaen.
Maschinenschlosserei. Die einschlägigen Arbeiten und Montagen, wie Dach- und Verandenconstructionen, Rohrleitungen, Pumpen, Ventilatoren, Wagen,
Ventilen und Verschraubungen, Anfertigung von Werkzeugen, Maschinen und Maschinentheilen.
Eisen- und Vietalldreherei. Anfertigung von Transmissionen, Wellen, Spindeln, Schrauben, Rollen, Walzen, Rädern x.
Schmiede: Flanschen, Schließen, Hebel, Keile, sowie alle schweren Schmiedestücke.“
Blech- und Nietarbeiten (Kesselschmiede.) Dampfkessel, Reservoirs, genietete Traversen, Stege und diverse Constructionsarbeiten.
Gießereiproducte a) Eisenguss: Säulen, Gitter, Geländer, Fenster, Canalabschlüsse, Robre, Roste, Oefen, Brunnenständer, Baubeschläge, Heizkörper,
Muffen, Verbindungsstücke, Zahn- und Winkelräder, Seii- und Riemenscheiben, Lager, Hängearme, Kuppelungen, Consolen ꝛc.
b) Metallguss für Kupfer, Zinn, Rothgufs- und Messingware wie: Hähne, Ventile, Beschläge, Armaturbestandtheile ꝛc.
Modelltischlerei: für Anfertigung von Modellen nach Zeichnung oder Angabe.
Feinmechanik für allgemeinen Maschinenbau: Anfertigung von Präcisionsmechanismen.
Technisches Bureau für Ausarbeitung von Kostenvoranschlägen und Projecten aller Art.
Lager von Metall- und Eseblechen, Wellen, Schienen, Profil- und Façoneisen, Stahlsorten, Barrenmetallen, und diversen technischen Materialien.
113*22
Název souboru:
karlsbader-badeblatt-1898-03-31-n73_3295.jp2